Die Schlossanlage

Seit März 2004 hat die Bundesakademie in der Schlossanlage Schönhausen in Berlin-Pankow ihren Dienstsitz. Die Schlossanlage Schönhausen blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, die sie eng mit der Geschichte Preußens, mit der Deutschen Teilung und der Wiedervereinigung Deutschlands verbindet.
Der kleine Ort Nydderen Schonhusen, eine dreiviertel Meile nördlich von Berlin gelegen, wird 1375 erstmalig urkundlich erwähnt. 1664 lässt die Gräfin zu Dohna auf dem kurz zuvor erworbenen Gutshof ein „Petit Palais“ bauen und die häufig überschwemmten Panke-Auen aufschütten und zu einem Park gestalten. Wenige Jahre nach ihrem Tode kauft Kurfürst Friedrich III. 1691 den Besitz. Der Ausbau des „Petit Palais“ wird unter ihm fortgeführt. Hier finden die geheimen Verhandlungen mit dem kaiserlichen Hof in Wien statt, die zur Krönung des ersten preußischen Königs führen. Kurfürst Friedrich III., nunmehr Friedrich I., König in Preußen unterbricht seine Rückreise im Schloss Schönhausen, um sich von hier aus zu den Krönungsfeierlichkeiten nach Berlin zu begeben.
Mit dem Tode des Königs ist die prächtige Hofhaltung jedoch vorbei. Unter dem sparsamen Friedrich Wilhelm l. werden nur die notwendigsten Reparaturen durchgeführt. Erst als sich Elisabeth Christine, die Frau seines Sohnes Friedrich II, für das Schloss interessiert, schenkt Friedrich II. seiner Frau das Schloss als Sommerresidenz. Fünfzig Jahre war es Elisabeth Christines Sommerresidenz. Die finanzielle Unterstützung durch den König versetzt sie in die Lage, den verwahrlosten Park wiederherzustellen, neue Wege, Alleen und Sichtachsen anzulegen, heruntergekommene Gebäude abzureißen und an anderer Stelle wieder aufzubauen. 1763 erhält das Schloss seine heutige Form.
Die Nutzung der Schlossanlage Schönhausen wechselt im folgenden Jahrhundert zwischen Sommerresidenz, Truppenquartier und Witwensitz.
Nach dem ersten Weltkrieg geht das Schloss in den Besitz des Preußischen Staates über. Die Suche nach tragbaren Nutzungskonzepten bleibt wegen der schlechten Finanzlage erfolglos. Während der Nazi-Diktatur wird das Schloss als Lager für sogenannte „entartete Kunst“ genutzt. 1949 beginnt der Umbau des Schlosses zum Amtssitz des ersten Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck. 1960 wird es für kurze Zeit Sitz des Staatsrates der DDR. Von 1965 an dient es als Gästehaus der DDR-Regierung.
Im Festsaal des Konferenzgebäudes tagt nach der Wende der Zentrale Runde Tisch der DDR, der die Bürgerbewegungen und politischen Parteien mit der Modrow-Regierung zusammenführt. Der Festsaal steht im Juni 1990 erneut im politischen Mittelpunkt, als hier die zweite Runde der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen tagt. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands geht das Schloss Schönhausen in das Vermögen des Bundes über, der es 1996 an das Land Berlin überträgt.
2005 wird das Schloss Schönhausen in die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten aufgenommen. Nach einer umfassenden Sanierung ist es seit Dezember 2009 wieder für Besucher geöffnet.
